Vor vielen Jahren, besser gesagt vor einigen Jahrzehnten (!) habe ich ein Buch von der Autorin und Filmemacherin Doris Dörrie gelesen, das mich damals recht beeindruckt hat.
Ich hab den Titel vergessen und auch die Handlung, aber einen Satz hab ich mir bis heute gemerkt:
Was drinnen ist, kommt auch raus!
Ich erinnere mich nur mehr, daß es in dem Roman um eine Frau geht, die sehr darunter leidet, daß sie ihre Begabungen und Talente nicht zum Ausdruck bringen kann, weil es da eine Blockade in ihrer Persönlichkeit gibt, die diese kreative Ausdruckskraft verhindert.
Sie hat diese ihre Situation mit einem Bild beschrieben: ein schöner alter Teekessel mit einem geschwungenen Ausguß, der aber leider so verstopft ist, daß der feine Tee nicht herausfließen kann.
Ein guter Freund oder wahrscheinlich ihr Partner, der ihre schmerzvolle Situation kennt, sagt zu ihr:
„Keine Sorge, Liebling! Was drinnen ist, kommt auch raus!“
Das Thema dieser Frau im Roman hat mich natürlich deshalb so berührt, weil es mein eigenes ist und ich diesen Scherz nur allzu gut kenne oder besser gesagt, gekannt habe.
So lange hab ich mich genau so, wie es in dem Roman beschrieben wird, gefühlt: tief drinnen wissend, daß es in mir bunte Schätze gibt, eine ganze Schatzkiste voll mit wertvollen, vielleicht auch mit ungewöhnlichen Gaben, doch der Weg nach draußen wie versperrt ist und was da wirklich in dieser Schatzkiste drinnen ist – das war immer wieder wie im Nebel.
Dieser Satz hat mich also begleitet über all die langen Jahre und irgendwie meine Zuversicht genährt: Ja! Es kommt bestimmt die Zeit, wo dieser Verschluß aufgeht, wo die Blockaden sich lösen und die inneren Schätze sich zeigen dürfen, den Weg „nach draußen“ finden!
Und nun, das fühle ich mit großer Freude und Gewißheit, ist es soweit!
Ich kann immer klarer sehen, was überhaupt diese Schätze, diese Gaben sind (der Nebel lichtet sich) und daß sie – nach und nach, ganz behutsam – den Weg nach „draussen“ wagen!
Vor eine Gruppe zu treten, in der jede/r eingeladen war, einen kreativen Beitrag zu leisten – diese Situation gab es nun schon ein paar Mal in den letzten Monaten – war nicht mehr so angstbesetzt wie früher, sondern die Freude über diese Gelegenheit hat bereits überwogen!
Ich durfte mit Atem, Stimme und Bewegung improvisieren, ich durfte aus meinem Buch lesen, ich konnte frei über meine früheren Ängste sprechen und überhaupt kann ich schon seit einiger Zeit ziemlich entspannt in Gruppen sprechen – was für eine Freude! Was für ein Geschenk, das ich mir selber mache!Was für ein Sieg über alte, höchst emotionale Entscheidungen, die ich bereits als kleines Mädchen in traumatischen Situationen getroffen habe: „….das mach ich NIE wieder….!“ („…nie wieder werde ich vor einer Gruppe etwas von mir zeigen…“)
Dieses „Das mach ich NIE WIEDER“ hatte meinen Selbstausdruck lange blockiert, hat mich davor geschützt, nochmals Ablehnung und Ausgrenzung zu erfahren, Spott und Scham.
Aber jetzt stimmt das nicht mehr (es war ein langer Weg!) – jetzt „mach ich es wieder“, Schritt für Schritt, behutsam, ohne Streß und Zwang, nur dann, wenn die Freude die alte Angst überwiegt!
Als Bild sehe ich diese alten Ängste wie Schließmuskeln, die den Ausgang aus der inneren Schatzkammer verschlossen haben (den Ausguß der Teekanne!) und die nun nachlassen, immer mehr, als würden sie verstehen, daß ihr Schutz nicht mehr notwendig ist… oder weil sie einfach müde sind von all der Anstrengung!
So viele Bilder sind mir gekommen zu diesem Schlüsselthema! Dieses Potential, diese essentiellen Gaben, die so lange ziemlich unter Verschluß waren, waren irgendwie undefinierbar durcheinander, wie Teile eines Puzzles und nun fühlt es sich so an, daß sie auf ihrem Weg nach „draußen“ ihre wahre Gestalt annehmen, wieder freier atmen können, lebendig werden, ein stimmiges Bild ergeben!
Das ist ein wunderschönes, beglückendes Gefühl!
Dieser ganze Prozeß wird nun noch befeuert durch eine tolle online-Schulung, in der es um Sichtbar-Werden mit eben diesen Gaben geht… ich darf also Dranbleiben üben (was mir bisher ganz allgemein nicht so leicht gefallen ist!) und Vertrauen, immer wieder Vertrauen! Selbstvertrauen und Vertrauen, daß ich von guten Geistern liebevoll geführt bin! JA!
Es geht tatsächlich um mein größtes Lebensthema – und es bewegt sich doch! Halleluja!














