Alles ist im Wandel

Alles ist sowieso immer im Wandel, aber in den letzten Jahren haben sich die Wandlungsprozesse beschleunigt, immer mehr, scheint mir, im Inneren sowie im Außen.

Über das Außen will ich jetzt nicht schreiben; vielmehr über meine inneren Wandlungsprozesse und im Speziellen über meine Art des Schreibens:

Früher – und das ist schon ziemlich lange her (15 Jahre, 20 Jahre und länger) – als ich vor allem – außer in mein Tagebuch – Gedichte in meinem Lieblingscafe Bazar in Salzburg geschrieben habe, war es mir wichtig, daß das, was ich schreibe, irgendwie originell ist, hab mich bemüht um interessante Formulierungen, um schräge Reime in den Gedichten… es sollte eben irgendwie besonders sein.

Obwohl ich – großteils aus der Überzeugung heraus, daß es nicht gut, nicht interessant genug ist – fast niemandem mein Geschreibsel gezeigt hab!

Und oft konnte ich am besten schreiben, wenn´s mir richtig schlecht ging, im inneren Aufruhr, verstrickt in irgendein deftiges Drama!

Das ist alles anders geworden, ich muß nicht mehr leiden, um zu schreiben…

Das Bedürfnis, originell zu sein, ist mit der Zeit mehr in den Hintergrund getreten und statt dessen ist es mir immer wichtiger geworden, mich möglichst natürlich, aus dem Herzen heraus auszudrücken, ohne das Bemühen und den Druck, daß es richtig gut sein sollte…

Sobald dieser alte Wunsch auftaucht, ist da eine Blockade, der (Schreib)fluß stockt, fließt nicht mehr!

Besonders leicht schreibt es sich nach befreitem Tanzen, nach einer Atemreise, aus der inneren Stille heraus, wenn ich gut verbunden bin mit mir, mit dem Atem, mit dem Herzen, mit Himmel und Erde!

Da ist natürlich schon der Wunsch, das was mich bewegt, berührt, bezaubert und inspiriert, auf stimmige, mich befriedigende, authentische Weise auszudrücken… und zunehmends mit anderen Menschen zu teilen (der Wunsch, es zu teilen, ist gewachsen!) – auf daß es vielleicht den einen oder anderen auch bewegt, berührt, bezaubert, inspiriert… und auch das, was grad schwierig für mich ist, mich aus dem inneren Gleichgewicht bringt und herausfordert, will ausgedrückt werden und vor allem: wie geh ich möglichst gut damit um?! Was hilft?

Dieser innere Wandel gilt natürlich nicht nur für meine Art zu schreiben.

Ganz allgemein ist der Wunsch, irgendwie besonders zu sein, mit der Zeit mehr zurückgetreten und das erlebe ich als sehr befreiend!

Dieser Druck, dem ich von Kleinkind an durch einen super-ehrgeizigen Vater ausgesetzt war und den ich dann – auf andere Art – verinnerlicht habe, war in jüngeren Jahren ein großer Stress-Erzeuger und letztlich eine Ego-Geschichte.

Es ist so schön, meinen Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen, ohne mich sofort kleiner oder größer, unter- oder überlegen zu fühlen, ohne mich ständig zu vergleichen… und wenn doch (ob das je ganz verschwindet?) dann diese Bewertungen nicht so ernst zu nehmen und ganz zu mir, in mein Herz zurückzukehren…

Wandel geschieht und ich bete und richte innerlich aus, daß er in Richtung Frieden, Liebe, Verbundenheit geht, in ein großes freudvolles JA zum Leben – in mir und in mehr und mehr und mehr Menschen, in sich weitenden Kreisen.

AHO!

„Deine Seele ruft dich an den Ort, an dem deine größte Freude mit dem Hunger der Welt zusammentrifft.“ Frederik Büchner

Der Atem, ein Segen!

Pfingsten war heuer für mich ein besonderes Fest!

Das Fest des Heiligen Geistes – was immer damit genau gemeint ist. Für mich bedeutet es: Der Heilige Geist, der göttliche Atem, der uns Menschen berührt und das ist reine Freude, Herzensfreude. Be-GEIST-erung! Und große Dankbarkeit!

Voller Freude und Be-GEIST-erung bin ich am Pfingstmontag von einem wunderbaren 4-tägigen Seminar in schönster, blühender Natur nach Hause gefahren – dieses Seminar war das letzte Modul im ersten Jahr der Atemlehrer-Ausbildung.

Ich bin noch ganz erfüllt, inspiriert und voller Dankbarkeit; danke, daß ich jetzt und hier voll im Leben steh, daß ich frei atmen kann und danke für all das, was ich lernen und was in mir wachsen durfte; großer Dank an den wunderbaren Menschen und Leiter dieser Ausbildung, Dr. Wilfried Ehrmann.

Im vergangenen August hat diese spezielle Reise mit dem Atem begonnen – in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen – alle wirklich liebenswert.

Immer wieder war ich erstaunt, wie unterschiedlich und abwechslungsreich die zehn Module dieses ersten Jahres aufgebaut sind… ein weiter Bogen wurde für uns aufgespannt – eine große, erhellende und immer wieder auch herausfordernde Reise zu uns selbst, immer mit dem Atem als Reiseleiter, als Ruhepol ,als Halteseil…hinein ging´s in die verschiedenen Räume unserer Innenwelten mit all den abgespeicherten Erfahrungen – zurückreichend bis in unsere Zeit im Mutterleib, bis zur Geburt, in die Kindheit, Beziehungsthemen – – – mit der heilsamen Möglichkeit, manch schmerzvolle frühere Erlebnisse nun harmonischer und liebevoller neu zu erleben; all das in absolut wohlwollender Atmosphäre. So manch alte Schreckgespenster durften weichen und Platz machen für neue, lebensbejahende Erfahrungen.

Es ist faszinierend, was der Atem alles kann: er kann uns beruhigen, zentrieren, vitalisieren, er kann Tore zum Unterbewußtsein öffnen, er kann uns erheben, uns spirituelle Erfahrungen schenken, unser Herz öffnen, verstockte Gefühle wieder fühlbar machen, gestauten Lebensfluß wieder ins Fließen bringen.

Im ersten Jahr der insgesamt zweijährigen Ausbildung steht die Selbsterfahrung im Vordergrund. Gleichzeitig durften wir in jedem der zehn Module üben, einander bei den Atemreisen (ca. eine Stunde langes, etwas intensiviertes, verbundendes Atmen zu ausgewählter Musik) zu begleiten.

Immer wieder überraschend, was durch diese Art zu atmen alles hochkommen kann – bei mir alle möglichen Gefühle, befreites Lachen, meine innerer Clownin, das Baby in mir, die genüßlich Ver-rückte, die „Priesterin“ und ihre durch den Atem bewegten Gebete, das Tierhafte, das sinnlich-Erotische…

Und immer wieder Stille, immer wieder ein heiliger Raum, der sich öffnet.

Nun ist also das erste Jahr dieser Ausbildung zu Ende gegangen.

Dieses 10. und letzte Modul war nochmal etwas ganz Besonderes, ein würdiger Abschluß mit einer eingebauten „Zumutung“: Jede/r von uns sollte/durfte etwas darbieten, was Überwindung kostet, uns also rausholt aus der Komfortzone.

Im Laufe des Jahres ist das Vertrauen ineinander gut gewachsen und so konnte jede/r sich ganz echt und ehrlich zeigen – mit alten Ängsten, der Nervosität und mit sooo viel Mut und Kreativität!

Jeder Beitrag hat mich tief berührt!

Bei mir zum Beispiel ging´s um meine alte Scheu, mich mit meinen kreativen Gestaltungen zu zeigen (weil eh nicht interessant, weil´s eh die Leute nicht interessiert usw… blablabla…);

Und so war das nun DIE Gelegenheit, mein Buch, das ja aus diversen Artikeln dieses Blogs besteht, herzuzeigen und endlich einer Gruppe von Menschen etwas draus vorzulesen

Es war dann letztendlich gar nicht so schwer und es fühlt sich an, wie durch eine ganz alte Engstelle durchgegangen zu sein…. und siehe da: ich erahne und erfühle einen Raum voller heller, aufregender, freudvoller Möglichkeiten! Voller neuer Abenteuer!

Was ich noch sehr schön finde: wie jede/r von uns gewachsen ist in diesem Jahr, weiter geworden ist, freier, lebendiger – das ist schon beeindruckend und wunderbar…

Eine der letzten Übungen, durch die uns Wilfried geführt hat, möchte ich hier noch teilen, weil ich sie so schön finde – für uns selbst und über uns hinaus:

Es war eine Übung mit wechselnden Partnern; wir atmen eine erhebende Qualität ein – Mitgefühl, Kraft, Frieden, Hingabe, Freude, Liebe… – atmen sie in uns selbst hinein aus, bis wir sie gut fühlen können und dann atmen wir weiter diese schöne Energie ein und schicken sie mit dem Ausatem dem jeweils anderen Menschen.

So können wir uns selbst und einem anderen Wesen (es können ja auch Tiere, Pflanzen, Bäume, ein Bach, eine Wiesenblume…sein) soviel Gutes tun!

Der Atem, ein Segen! Danke, danke, dreimal danke!

Was ist los mit meiner Kreativität?

Das hab ich mich schon öfters gefragt: Was ist los? Wieso schreib ich nicht mehr so oft in meinem Blog? Warum male ich nicht mehr? Warum mach ich keine Collagen mehr? Was ist mit dem Weben? Dem Schmuckmachen?

Ist meine Kreativität versiegt? Wo ist sie? Ist sie abgetaucht? Davongeflogen mit dem Wind?Eingeschlafen? War ihr langweilig?

Manchmal, wenn ich nicht so gut drauf bin, frage ich mich das – mit leisem Bedauern, mit einer zarten Scham, mit einem kleinen Vorwurf an mich selber: „Wieso laß ich die Künstlerin in mir nicht viel mehr leben?“

Und dann, wenn meine Energien wieder weiter oben sind, wird mir klar, verstehe ich: dieser ganze alte Bauernhof, den ich vor eineinhalb Jahren gekauft hab, das ist mein kreatives Projekt! Sooo viel will da noch gestaltet, geschöpft und geschaffen werden!

Es ist halt ein so großes Projekt, daß ich mich manchmal überfordert fühle. Dann sitz ich herum und weiß nicht, was ich tun soll/kann/möchte. Eine Art Antriebslosigkeit, die mich zeitebens manchmal überkommt, mit der ich mir zunächst immer noch schwer tu – ein altbekanntes Gefühl, ich müßte mich wie der Baron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen.

Was aber letztlich meist am besten hilft: mich ganz einlassen auf diesen „Sumpf“, ihn noch übertreiben, am Boden herumliegen und jammern – bis es mir zu fad wird und ich lachen muß… wie schön, wenn die Wende so passiert – ohne Kampf und Krampf!

Also ja, ich fühl mich manchmal überfordert und zu alleine mit dem alten Hof… und das kann den Schwung und die Kreativität doch ziemlich dämpfen!

Aber: es ist ja schon so viel passiert! Neue Räume einrichten ist etwas sehr Kreatives und ich freu mich sehr, daß ich sagen kann: mir gefallen meine Räume, ich fühl mich wohl und es ist toll, wie viele meiner mir lieben Möbel und Objekte, die ich schon in meiner Salzburger Wohnung hatte, hier am Hof ihren neuen Platz gefunden haben; dabei sind völlig neue Verbindungen und Zuordnungen entstanden!

Und es sind einige „Altäre“ entstanden – auch kreative Gestaltungen.

Und es geht ja weiter! Draussen im Garten und in den Innenhöfen gibt es viele Orte, die wahrgenommen, erfahren und gestaltet werden wollen.

Gestern und heute hab ich viel gemacht in der Nußbaum- und Fichten- und Hollerbusch-Gegend: ich hab gerodet – den Brennesseln freundlich erkärt, daß ich sie sehr schätze, aber daß ich sie bitte nicht überall haben möchte, hab Holzhaufen sortiert und umgelagert und – vor allem: ich hab einen Platz für einen Komposthaufen gefunden und ihn eingefriedet; mit einer alten kleinen Brettertür, die schon immer da an der Wand gelehnt hat und mit bereits zusammengenagelten Brettern, die ich gleich daneben auf dem Bretterstapel finde! Alles in der genau richtigen Größe – als hätten die Dinge nur drauf gewartet, nun so wieder Verwendung zu finden.

Dieses Werken macht mir großen Spaß und große Freude – ich vergesse auf die Zeit, auf´s Essen, mag gar nicht aufhören und rein ins Haus gehen.

Da war gestern in der Früh der Wunsch, einen Komposthaufen anzulegen, aber ohne Vorstellung, wo und wie. Und dann, beim Werken draussen, ist er einfach entstanden, ohne groß drüber nachzudenken – eins aus dem anderen, mit Hilfe der naheliegenden Dinge… alles war da, griffbereit sozusagen.

Dies war so ein schönes kleines Beispiel dafür, daß es einfach um´s Anfangen geht: Handy weg, Garteng´wand an und raus an die frische Luft, ein paar Werkzeuge und im Tun kommen die Impulse – einer nach dem anderen, Schritt für Schritt… und auf einmal ist das, was ich mir gewünscht hab (in dem Fall einen Komposthaufen anlegen) fertig und ich freue mich sehr! Ich iiebe es, wenn die Dinge so leicht passieren – fast wie von selbst, gut im Fluß!

Und das war kreativ, da ist etwas auf spielerische Weise entstanden!

Mir wird wiedermal bewußt, daß ich den Begriff Kreativität viel weiter fassen darf – er beschränkt sich nicht auf Gedichte und Blogartikel schreiben, auf´s Weben und Schmuckmachen, auf´s Malen und Collagen gestalten!

Jetzt sind offenbar größere „kreative Projekte“ dran und um diese umzusetzen, braucht es mich am Hof, braucht es mein AnwesendSein, mein Mich-Kümmern um den Hof und um meine ursprünglichen Visionen, was hier alles werden kann.

Immer wieder mal finde ich mich in meinem alten „Fahrwasser“: ich möchte wie früher unterwegs sein, im Camper meine Runden drehen und dabei liebe Freunde besuchen, Neues kennenlernen… manchmal ist es ja immer noch stimmig und schön, aber manchmal ist es eigentlich ein Energie-zerstreuen – wenn ich so flüchtig unterwegs bin, wenn´s eigentlich besser wäre, mich meinem neuen Zuhause zu widmen, mich darauf wirklich einzulassen, auf mehr DaheimSein, auf mehr Seßhaftigkeit.

Heute war ich nur daheim (das kommt nicht oft vor!)… es hat mich befriedigt und erfüllt; und es hat Freude gemacht!

LOOSEN THE GRIP

Loosen the grip – den Griff lockern…

Als ich noch ziemlich jung war, bin ich in einer Phase großer Verwirrung und Verzweiflung einige Male zu einer richtig guten Psychotherapeutin gegangen (zu der inzwischen bekannten und höchst anerkannten Christine Bauer-Jelinek).

Ich war damals sehr unter Druck durch ganz viele innere „ich muß“: „ich muß mich jetzt endlich entscheiden“, „ich muß dies oder jenes zu Ende bringen, abschließen“, “ich muß das schaffen“… oder auch: „ich darf keine Fehler machen“ usw…. und so war meine Welt damals ziemlich eng und angespannt.

In einer der Sitzungen hat Frau Bauer-Jelinek zu dieser Theamatik eine sehr einfache und sehr wirkungsvolle Übung mit mir gemacht: sie hat mich gebeten, an eine meiner „ich muß“-Geschichten zu denken und dabei beide Hände zur Faust zu schließen, richtig fest…. und dann sachte den Griff zu lockern und die Hände langsam zu öffnen… „was macht das mit dir“? wollte sie wissen, „wie fühlt sich das im Körper an? wie geht es deiner Geschichte? Hat sich an dem „ich muß“ etwas geändert?“

Oh ja! Etwas in mir hat sich ent-spannt – auf allen Ebenen – mental, körperlich, emotional.

Alles andere, was wir in den paar Sitzungen gemacht haben, hab ich vergessen (ist ja auch etwa 50 Jahre her!), doch diese Übung hab ich mir gemerkt – sie hat mir sehr geholfen, mich nicht selber so unter Druck zu setzen, nachzulassen, milder mit mir selbst zu werden…

Nun, wo ich mich viel mit dem bewußten Atmen beschäftige, würde ich die Übung noch mit dem Atem anreichern, würde sagen: … die Hände langsam öffnen und dabei ausatmen — mit einem Seufzer der Erleichterung! Ahhhh….

Loosen the grip!

Ich frage mich: Wo mache ich mir noch Druck? Woran halte ich noch fest?

An gewissen Gewohnheiten; an meinem Selbst-Bild, an einem Idealbild von mir… an einer Art Perfektionismus

Da darf die Sanftmut einziehen, die Milde, die Güte („ich darf auch Fehler machen!“)… und auch der Schalk, der Humor, Leichtgkeit und – – ganz essentiell — die LIEBE!

Also den festen Zugriff um alte fixe Gewohnheiten und Rituale lockern (sonst kommt womöglich der Systemsprenger Uranus heruntergeblitzt!)

Lockern…. ahhh… nicht nur die Hände, der ganze Körper ent-spannt sich, der Atem fließt ruhiger, ziemlich regelmäßig, trägt mich in die Stille, in ein stilles Sein, in eine neue Offenheit, in eine Empfänglichkeit für neue frische Impulse, Einfälle, Wünsche, Ideen…

Meine innere Welt lockert sich mehr und mehr, die innere Landschaft weitet sich, atmet freier, lädt ein – einfach zu SEIN, einfach ICH SELBST zu SEIN!

Den festen Griff um die alten Gebote lockern: „bleib im Rahmen“, „verhalte dich eher unauffällig“, „niemand soll denken, du bist total daneben, verrückt…“

Einfach ICH SELBST SEIN, auch wenn´s nicht der Norm entspricht, nicht üblich ist, vielleicht nicht gesellschaftlich anerkannt ist, vielleicht für manche Menschen ver-rückt wirkt…

Dieser „grip“, dieser feste Griff – eine Art Selbst-Beherrschung – macht sehr oft auch die Kehle eng, die Stimme klein und fremd; behindert den freien Fluß des Atems… und oft den ganzen Körper – zum Beispiel beim freien Tanzen… also den freien, scham-losen (ohne Scham!) Selbst-Ausdruck!

Immer wieder diese innere Bewegung von der Anspannung (etwas festhalten, auch zurückhalten) in die Ent-spannung – die „Faust öffnen“

Anspannung: Müssen, unbedingt etwas Wollen, Druck

Entspannung: „ich muß gar nix“; in die Ruhe kommen, in den ruhevollen Fluß des Atems!

Eine geschlossene Faust kann nichts nehmen, nichts aufnehmen, nichts annehmen;

In die offene Hand kann alles Mögliche fallen – schöne kleine und große Überraschungen, wundervolle Geschenke! Oh ja, ich weiß, ich hab´s erfahren dürfen, immer wieder… Gott sei DANK!

Frühlingsfreude!

Jedes Jahr wieder erscheint mir der Frühling wie ein Wunder, aber heuer ganz besonders – nach diesem sich zäh dahinhziehenden, nebligen, lichtarmen Winter!

Die Rückkehr der Farben, der Düfte, der wärmenden Sonnenstrahlen, des frischen Grüns! Ich freu mich so sehr über all dieses Knospen und Sprießen und Erblühen, jeden Tag mehr! So oft wie möglich geh ich draussen spazieren – in den Wäldern, in den Weinbergen, um nichts von diesem Wunder zu versäumen! Wieder barfuß gehen, wieder in der WIese liegen unter einem blühenden Baum und die Bienen summen hören, wieder den Wind auf der Haut spüren… wie gut das tut!

Ostern war ein wahres Freudenfest – doch recht farbenfroh mit all den bunten Blumen auf den Wiesen, im Wald, in den Gärten – auch in meinem Vorgarten!

Heuer sind da zwischen den Tulpen und den leuchtend gelben Märzenbechern auf einmal unzählige kleine, blaue Traubenhyazinthen aus der Erde gewachsen- wie kleine Wichtel – ich liebe sie sehr und sage ihnen das auch immer wieder; vielleicht werden´s drum immer mehr!?

Soviel Schönheit – große Dankbarkeit!

Weisse Ostern

Ich träume von Weissen Ostern!

Von wilden Zweigen mit weißen Blüten, von blank-weißen Eiern – neugeboren… alles wie neugeboren… rein, weiß und sehr schlicht

Ich hab geträumt von zahllosen Schneerosen, Christrosen im Eichenwald – der kühle Waldboden ein weißblühender Teppich

Und ich hab geträumt von vielen vielen vielen Schneeglöckchen, so vielen wie nie zuvor…

Ah ja! Es wird in Weiß gefeiert, in frischem, reinem Weiß… und natürlich in hellem Grün

Ungewohnt, ungewöhnlich und doch so stimmig!

Reines Weiß für den Neubeginn, für das Feiern der Geburt, der Wiedergeburt:

Ein neues Frühjahr, ein neuer Zyklus, eine neue Erde

Ein feines Rosa für die Liebe

Ein schönes Gelb für die Sonnenkraft

Und ein helles Mittelblau für die Wasser des Lebens.

Ein Neubeginn auch in mir, hellweiße Dankbarkeit – gut gehimmelt in weißblühenden, nach Honig duftenden Birnbaumkronen und gut geerdet im von Christrosen übersäten Waldboden meiner inneren Heimat

Gut jetzt hier ankommend – im weiten weißen Land der Seele!

LET IT GO LET IT BE LET IT FLOW

Das sind vielleicht herausfordernde Zeiten, es gelingt mir immer seltener, all diese Intensität, die ich erlebe in Worte zu fassen…

Daß es tatsächlich um einen tief tief tiefgreifenden Wandel geht, individuell und kollektiv, das spüre ich sehr deutlich; daß Vieles nicht mehr so geht, wie ich´s gewohnt bin, das spüre ich auch, zum Teil schmerzlich – da spielt mein Körper nicht mehr mit!

Mir scheint, er – dieser mein wundervoller, großartiger Körper – hat genug davon, daß ich seine Rufe und Signale immer wieder übergehe, daß ich seine Ruhebedürftigkeit nicht ernst nehme, daß ich meinen allzu lieben Gewohnheiten so oft mehr Raum gebe als seinen Bedürfnissen…

Mir scheint, er fordert nun mehr seine Rechte ein und gibt mir zu verstehen: hey! wenn du gesund bleiben und ein gutes Leben haben willst, dann hör besser auf mich! Du mußt nicht mehr wie mit 50 herumrennen und die Dinge so machen wie immer – halt ein, halte inne, lausche, fühl mich, werd still! Atme!

Ganz deutlich hab ich diese Aufforderung vor Kurzem während eines 8-tägigen Aufenthaltes in Süditalien zu spüren bekommen: genau am Tag des Abfluges (vor knapp zwei Wochen) ist eine heftige Erkältung ausgebrochen, die mich – gemeinsam mit dem schlechten Wetter auch im Süden – regelrecht niedergestreckt hat! Gemeinsam mit einer Freundin wollte ich dem ewigen Grau, dem Nebel und der Dauerkälte im Weinviertel entkommen, nur um dort im Süden auch im Grau und in Regen und Sturm zu landen – und in einer großen körperlichen Schwäche, na toll!

Anfangs war ich ziemlich frustriert, doch nach und nach hat sich etwas in mir entspannt, in eine Art Hingabe hinein – es ist wie es ist – – let it be, allow it, just let it be!

Und mit diesem Nachgeben, mit diesem Loslassen von Widerständen konnte ich dann ganz gut SEIN, teils im Bett, teils ganz langsam draussen unterwegs in der einen oder anderen Hafenstadt rund um Bari. Dieses innerlich Weichwerden, dieses Loslassen der fixen Vorstellungen, wie etwas sein sollte, tut unendlich gut! Es gab kostbare Momente, in denen ich die verborgene Perle in diesen so widrig erscheinenden äußeren Umständen erkennen und erleben durfte… und es geht ja weiter!

Nun bin ich seit einigen Tagen wieder zurück im Dorf, in meinem Hof, bin noch nicht gesund, immer noch geschwächt, auch wenn Husten und Schnupfen deutlich besser geworden sind.

Nun bin ich so weichgeklopft, daß ich gut auf meinen Körper hören kann, ihm die Ruhe gönne die er braucht, erinnere mich in diesem Ruhig-Werden immer öfter ans bewußte Atmen, an sanfte Bewegungen, wenn da Schmerzen sind, ans Summen in die blockierten Stellen… höre Musik, die mir guttut… alter Schmerz kommt hoch, Tränen fließen, dann tiefe innere Stille und Frieden!

What a time!

Steht denn dieses Bedürfnis nach innerer Stille und Rückverbindung nicht in krassem Gegensatz zur Energie des Feuerpferdes mit seiner vorwärtsstrebenden Dynamik (dessen Jahr eben erst begonnen hat) – das hab ich mich öfter gefragt… da hat mir ein gestriges Interview mit Tatjana Garcia, einer spirituellen Lehrerin die ich sehr schätze, richtig gut getan! Sie hat von der Bedeutsamkeit der Stille gesprochen; wie wichtig es gerade in diesen sich immer mehr beschleunigenden Zeiten es ist, immer wieder Einkehr zu halten im inneren Raum der Stille, sich mit seinem göttlichen Ursprung zu verbinden. Wenn wir das nicht tun, wird aus fokussierter, von einer Vision getragenen dynamischen Vorwärtsbewegung leicht ein blinder, erschöpfender und nervenzehrender Aktivismus.

Während dieser Woche in Italien kam der Walk of Peace der buddhistischen Mönche nach über zwei Monaten zu seinem Ende; sie haben in Washington D.C. ihr Ziel erreicht.

In Texas haben sie begonnen, für den Frieden zu gehen, durch widrigste äußere Umstände hindurch; was wie ein kleiner Fluß begonnen hat, ist zu einem immer mächtigeren Strom angewachsen, der quer durch das Land geflossen ist – ein Strom von Liebe, von Mitgefühl, von Kraft und Hingabe, der immer mehr Menschen erreicht und immer mehr Herzen geöffnet hat.

Ich hab ihren Marsch quer durch die USA, begleitet von einem ehemaligen wunderlieben Straßenhund, im Internet immer öfter mitverfolgt – Zeugin dieses wundervollen Ereignisses sein zu dürfen, hat mich tief berührt und mir geholfen, mein Herz auch unter nicht so angenehmen Umständen zu öffnen, vor allem auch für mich selbst.

Ein großes Geschenk, das uns diese wundervollen Mönche gemacht haben, große Dankbarkeit!

Ich bin also wieder mal in einem Prozeß, in dem ich lernen und üben darf, meine Schwäche und Verletzlichkeit voll und ganz anzunehmen; ich darf erkennen, daß das “Unten-Sein“ nicht bedrohlich sein muß, sondern mich „ganzer“ macht, runder; dieses Weichwerden und EmpfänglichSein, das sich in der Hingabe zeigt, ist im Grunde wunderschön!

Und dann wird mir klar, daß ich dieses Stillwerden so sehr brauche, wenn ich wirkliche Veränderungen in meinem Leben erfahren und ermöglichen möchte!

In dieser Stille, diesem inneren Ruhen kommen klare Einsichten, die ich überhöre, wenn ich auf alte Art und alten Gewohnheiten verhaftet unterwegs bin (Ablenkungen, hierhin und dorthin, dieses und jenes, oft mit wenig Focus und Geduld…); es fühlt sich richtig gut an, wenn der feste Griff um altgewohnte Abläufe, Aktionen und Reaktionen sich lockert, wie wenn eine Art Starre sich löst!

Dieser Winter hat mir ganz schön zugesetzt – kaum Sonne, langer Dauerfrost, viel, ganz viel Nebel und Grau… und natürlich das immer verrückter werdende weltpolitische Geschehen…

Heute Vormittag – auf meiner Yogamatte liegend: atmend, summend, weinend, mich sachte bewegend, betend, dankend – ganz plötzlich ist die Sonne aus den eben noch regenschweren Wolken hervorgekommen und hat mich sanft und liebevoll angestrahlt – ein wunderschönes Geschenk!

Es wird! Es wird wieder Frühling, die Starre beginnt sich zu lösen, das Licht kommt zurück!

Let it go, let it be, let it flow!

Widerstand zwecklos! Atmen!

Heute ist ein Sch….tag, aber was soll´s? Nach dem wunderschönen Sonnentag gestern, der schon erste zarte Frühlingsgefühle geweckt hat (nach einer langen Reihe von endlos trüben, eisigen Tagen heute schon wieder dicker Nebel, aus dem es ohne Unterlaß herunternieselt (wie schon den ganzen Dezember lang)…

Blick aus dem Zug

Ja, nicht fein, aber was soll´s?

Meine Stimmung passt zunächst genau zu dieser Wetterlage – dicker Frust und wallender Zorn über unerwartete, mir ungerechtfertigt erscheinende neue Rechnungen – in Zusammenhang mit meinem alten Hof, der nicht und nicht aufhört, Geld zu verschlingen, verstärkte Rückenschmerzen (kein Wunder bei all der Säure, die Ärger und Zorn im Körper produzieren und Schmerzen anheizen!), ein Mittagessen (Kohlsuppe), das mir schwer im Magen liegt….

Und ja, so ist es, Widerstand ist zwecklos, sinnlos, macht alles nur schlimmer!

Ein Schrittchen oder zwei zurücktreten und alles gut wahrnehmen – den Zorn, den Frust, die Gedanken dazu, den Körper und das was er zu sagen hat…. und ATMEN!

Atmen, atmen, atmen, durch alles hindurchatmen – durch den Zorn, den Frust, den Stein im Magen, durch die brennenden Rückenschmerzen…

Ein kleinwenig die Flügel ausklappen und rauf auf´s nächste Mäuerchen – ein kleiner Perspektivenwechsel – oh mei, so ein Herumgefuhrwerke und Gestampfe und Geschimpfe, solche Aufwallungen, solch trübe Blickwinkel!

Ja, genau so genau so genau so und es darf genau so sein… ich übe, ohne Widerstand zu sein;

ich übe, mit all dem präsent zu sein und zu atmen, mich gut zu spüren und gut zu mir zu sein (mich nicht auch noch dafür zu beschimpfen!)… dieses Ja macht mich weicher und das fühlt sich doch gut an!

Gestern ein Hoch, heute ein Tief, ja ok, so ist es nun mal…

Aber nein, nicht nur tief heute – zwischendurch gab es auch etwas Schönes, Berührendes: in Krems in der Ausstellung von Regula Dettwieler; sie hat ein sehr sympathisches „Herbarium der Gefühle“ geschaffen: von verschiedensten Menschen der näheren und weiteren Umgebung hat sie auf ihre Bitte hin getrocknete Pflanzen bekommen und sie befragt, welche Gefühle sie damit verbinden; mit diesen Aussagen hat sie die Pflanzen „beschriftet“ – also mit persönlichen Erinnerungen und Gefühlen anstatt mit lateinischen Namen und botanisch-wissenschaftlichen Fakten.

Die Blumen sind aus ihrem wilden Garten, schreibt Melitta. „Gefühl der Dankbarkeit, Glück, Verzückung, Bewunderung, Staunen, jede Blüte ist ein Gebet“

… die Yucca-Palme „Adalbert“ , die die Sammlerin schon sehr lange begleitet! Sehr symathisch!

„Die Blume ist ein Gefühl der Zeit“, schreibt der Thomas, „weil sie in jeder Jahreszeit blüht.“

Efeu, es geht um Efeu! Anna sagt: „Als Kind kletterte ich oft auf einen Baum, der von Efeu umwuchert war. In den Kletterpausen setzte ich mich in das Gras und habe Gänseblümchen den Kopf abgebissen.“

Das hat mit sehr gefallen und mich berührt! Und hat mich lachen lassen! Danke Regula, für diese schöne Idee und für ihre Umsetzung!

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Mittlerweile ist es Abend geworden, ich bin wieder zu Hause und mehr und mehr in Frieden mit mir und dieser verrückten, schrecklichen, wundervollen Welt!

ATMEN! Bewußt und voll zu atmen ist ein JA, ein volles Ja zu dem was IST – zu den Schrecken, den Wunden und den Wundern!

DANKE, daß es mich atmet, daß ich frei atmen kann, daß mich dieser Atem am Leben, in diesem meinem Körper sein läßt! DANKE!

Viel Schönes!

In den letzten Tagen, genauer gesagt seit dem Heiligen Abend, durfte ich viel Schönes „sammeln“ – viele schöne Erlebnisse und Eindrücke! Die ich gerne fotografiere,wenn´s grad passt…

(weih-)nächtliches Bambuswäldchen in Opatja

Morgenstimmung in Opatja (endlich Sonne!)

Freude!

Wieder zurück in Wien – schöne kleine Geschenke und schöne Gerade-noch-Weihnachtsstimmung:

Nun noch zwei schöne Zitate, die mich berührt haben:

Ein wunderschönes von Rumi: „Ich rief nach Gott und die Liebe antwortete. Ich suchte nach der Liebe und meine Seele öffnete sich wie eine Rose.“ Ich liebe Rosen sehr – eine weiße hat vor meinem Fenster (in der Wiener Wohnung) vor Weihnachten noch geblüht und eine rosarote hat sich mir auf dem Hügel oberhalb von Opatja gezeigt und geschenkt!

Und das andere, sehr liebenswerte Zitat, hab ich im Netz gefunden, von einer gewissen Karin, die sympathische Zeichnungen dazu macht (karindrawings): „Liebes, das hast du wirklich gut gemacht, dieses ganze wilde Jahr. Mit allem, was da drin war. Jetzt mach mal Pause zum Sortieren!“

Oh ja, jetzt ist die beste Zeit für eine Pause!

Vermehrt Schönes!

Endlich Sterne, endlich Sonne!

Nachdem ich wochenlang keine Sterne, keine Sonne gesehen hab wegen des wochenlangen dicken feuchten Nebels, war ich wie ausgehungert nach Licht und Wärme. Die Enttäuschung war groß, als wir am 22. Dezember hier am Meer in Opatja angekommen sind und der angeblich seit Tagen blaue Himmel bei unserer Ankunft in der Abenddämmerung gerade dabei war, sich wieder dick mit Wolken zu bedecken! Und das ist dann auch in den nächsten beiden Tagen so geblieben, nur daß noch der Regen dazu gekommen ist! Und dann gestern in der Heiligen Nacht hat sich der Himmel geöffnet und endlich habeen sich wieder Sterne gezeigt – zunächst war´s nur ein vages dünnes Blinken und dann immer deutlicher, immer mehr! Als hätte der Himmel geantwortet auf das Öffnen der Herzen, auf die eintretende kollektive Entspannung, auf die wiedergefundene Verbundenheit! Das hat mich sooo froh und dankbar gestimmt – was für ein schönes Weihnachtsgeschenk! Mit der Hoffnung auf Sonne am kommenden Tag bin ich glücklich und zufrieden eingeschlafen.

Und tatsächlich: heute früh ist der Himmel blau, die Sonne lacht vom Himmel, das Meer glitzert und schäumt und wir freuen uns und lachen vor Begeisterung!

Ein wunderschöner Weihnachtstag, wir machen einen Ausflug in ein Städtchen etwas weiter südlich von Opatja und genießen alles – die Farben, die gischtenden hohen Wellen, Sonne und Wind, die unterschiedlichen Farben des winterlichen Meeres… so viele Geschenke!